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REFLEXION ÜBER DIE STADTGESCHICHTE: SCHWALENBERGS Die vor dem KulturMarktSchwalenberg.de
aufgebaute Installation soll die Stadtgeschichte Schwalenbergs symbolhaft darstellen. Gegenstand meiner Reflexion sind die Kräfte, die die Stadt geformt und ausgestaltet haben. An erster Stelle steht die martialische Gestalt des Grafen Volkwin als Erbauer der Burg und Gründer der ersten Ansiedlung. Er ist in meiner Arbeit als aufrechte Figur zu erkennen, die aus einem jahrhundertealten Balken besteht, wie ihn die Zimmerleute früher bearbeitet haben. Außer geringfügiger Ergänzung ist nichts daran verändert, die Zeit allein hat sein strenges Antlitz ausgeprägt. Als Gegenpol ist ihm der Geist der Neuen Zeit zugeordnet. Er steht stellvertretend für die vielen Künstler, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts den Ruf der Malerstadt begründet haben. Sie haben die unverdorbene Schönheit Schwalenbergs und die besondere Atmosphäre erkannt und ebenso schätzen gelernt wie die nachfolgenden Touristen. Dieser Geist lebt fort als genius loci in der heutigen Sommerakademie, so wie sie vom Institut für Lippische Landeskunde alljährlich veranstaltet wird, besonders auch im KulturMarktSchwalenberg.de, der in seiner Art einzigartig ist. Manfred Mikus als KulturEntwickler könnte schon bald für die Stadt Schwalenberg eine ähnlich wichtige Rolle spielen, wie Hermann Niederbracht, als Gründer der leider ruinierten Künstlerklause, es zu seiner Zeit getan hat. Die Stadt selbst ist durch eine Gruppe von Gebäuden symbolisiert, die in Form von Stelen so aufgebaut sind, wie Kinder aus Dominosteinen spielerisch eine Stadt errichten. Die Einzeldarstellungen sind auf ein Minimum reduziert. Das Rathaus (siehe Foto) zeigt das Selbstbewußtsein und den Kunstsinn der Bürgerschaft und ihrer Zünfte. Es gehört zu den bedeutendsten Werken deutscher Baukunst und fehlt in keiner Kunstgeschichte. Die Fächerrosette als typisches Element der Weserrenaissance habe ich in meiner Arbeit besonders hervorgehoben. Die Ackerbürgerhäuser sind lediglich durch eine Dachschräge angedeutet. Die Gruppierung der Häuser läßt erkennen, wie der Gemeinschaftssinn der Bürger seinen Ausdruck fand. Auf vielfältige Weise werden städtische Raumbildungen geschaffen, die in der Installation verkleinert wiederzufinden sind. Dies geschieht durch Loslösung von einer starren Fluchtlinie, Staffelung der Fassaden und Angleichung an die Bewegung des Berghanges. So entstehen ständig wechselnde und Überraschende Durchblicke. Die markanten Gebäude habe ich durch typische architektonische Details, wie sie an Bürgerhäusern nicht vorkommen, charakterisiert. Die Burg steht an höchster Stelle und zeigt das Wechselspiel aus konkaven und konvexen Kreissegmenten am Hauptgiebel. Sie verkörpert den Machtwillen des Grafengeschlechts und garantierte in Mittelalter den Schutz der Bürger dieser Stadt. Die Kirche ist nur durch ihren Turm dargestellt. Durch ihren Stundenschlag ist sie in der ganzen Stadt gegenwärtig. Sie steht für ein heute noch lebendiges Gemeindeleben. Karlheinz Schmidt, während der Arbeiten in der Sommerakademie 2000 und im KulturMarktSchwalenberg.de |
